Kapstadt Die Sehnsucht beginnt am Ende der Welt
Die 350 Jahre alte „Mother City“ von Südafrika ist eine Weltmetropole mit unwiderstehlichem Flair. Die einzigartige geographische Lage am Kreuzungspunkt von zwei Weltmeeren, die Vielfalt der Nationen, die auffallende Lebensfreude der Einwohner und die überwältigenden Landschaftsimpressionen erobern das Herz jedes Besuchers.
Ein Muss sind dabei nicht nur die klassischen Wahrzeichen der Stadt, das Kap
der Guten Hoffnung und der Tafelberg. Unbedingt sehenswert sind auch die kilometerlangen Strände, wo sich Surfer, Models und Sonnenanbeter tummeln,
wie auch Touren in das weite Hinterland mit den beeindruckenden Bergketten im Hintergrund.
Die internationale Kulturszene, die quirlige Zentrum in der Long Street und die Mischung aus den unterschiedlichsten Architekturstilen machen das aus, was man von einer Weltmetropole erwartet, in der heute neben dem obligatorischen Englisch der Weißen noch 3 weitere Sprachen in der schwarzen Bevölkerung gesprochen werden: das 'Afrikaans' (abgeleitet aus dem Holländischen), das 'South' und das 'Zulu'.
Der Tafelberg Thron des Giganten
So berühmt wie einzigartig: Der 1.086 m hohe, bei gutem Wetter bis zu 100 km
weit sichtbare Tafelberg mit seinem flachen Plateau lässt jeden Besucher den Atem stocken, und zwar nicht nur auf dem Weg zum Gipfel in der bequemen 360-Grad-Seilbahn, sondern vor allem ganz oben, wenn sich vor seinen Augen das unbeschreibliche Panorama bis zum Kap der Guten Hoffnung erstreckt und zur Rechten der Blick auf den weiten Atlantik und die 'City Bowl' von Kapstadt freigegeben wird.
Wanderfreunde lassen sich gerne dazu herausfordern, das flache Plateau des
'Table Mountain' zu erobern und auf Entdeckertouren in Flora und Fauna zu gehen: Wer Glück hat, trifft unterwegs ein Stachelschwein, eine Bergziege oder einen Steinbock.
Wer einmal dort oben war, wird süchtig nach diesem erhabenen Gefühl und er wird diese Impression als Inbegriff von Freiheit und Weite mit nach Hause nehmen.
Die Long Street Das pulsierende Herz
Bei einem Walk durch die Innenstadt fühlt man sich dem urbanen Puls der
Metropole ganz nahe: In der rund 3 km langen Long Street wechseln sich
Gebäude in kapholländischer Kolonialarchitektur ab mit wunderschön restaurierten viktorianischen Häusern, bunten Trödelläden, quirligen internationalen Restaurants und trendigen Cafés.
Dazwischen drängen sich die groovigen Klänge afrikanischer Streetmusic und reißen den den Besucher unweigerlich mit. Einst war die Long Street der Ursprung der südafrikanischen Jazzszene, heute ist sie der 'melting pot' für Bands und Musikstile aus aller Welt.
Es wird vermutlich keinem Besucher gelingen, sich der Faszination dieses Feuerwerks aus sprühenden Farben, afrikanischen Rhythmen und Sprachen-Potpourris zu entziehen.
Die Fußball-WM 2010 in Kapstadt Eine Stadt putzt sich raus
Die für 2010 in Kapstadt geplante Fußball-WM beschert der Stadt einen Bau-Boom gigantischen Ausmaßes: Das Straßennetz wird verbessert und vergrößert, Wohnsiedlungen schießen wie Pilze aus dem Boden und überall wird neu gebaut, erweitert und saniert. Mit dem sogenannten Umsiedlungsprogramm will man bis 2010 zwei Millionen Schwarze aus den Townships in vorzeigbare Reihensiedlungen und Wohnblocks umsiedeln.
Townships das ist die eher beschönigende Bezeichnung für Abertausende
von bunten Wellblechhütten vor den Toren der Stadt, die sich schier endlos aneinanderreihen. In den staubigen Gassen spielen Kinder, Frauen bieten ihre Waren an und jeder versucht, seine Familie zu ernähren.
Wer sich ein Township unter Beachtung einiger einfacher Regeln angesehen hat, wird es mit einem ganz anderen Gefühl wieder verlassen. Er wird die dort lebenden Menschen respektieren und besser verstehen. Und er wird staunen über die Freundlichkeit, die ihm entgegengebracht wird. Diese Menschen haben einiges zu erzählen.
Das Malayenviertel gelebter Islam mitten in Kapstadt
Wenn man bei Sonnenuntergang durch das 'Boo Kaap' mit seinen engen Gassen und farbenprächtigen Häusern und Moscheen streift, Menschen wie aus 1001-Nacht begegnet und dann noch der Muezim zum Gebet ruft, dann läuft einem die Gänsehaut über den Rücken.
Die rund 2.000 Malayen, die heute das Viertel bewohnen, sind Nachfahren der im 17. und 18. Jahrhundert von der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie aus Indonesien, Sri Lanka, Indien und Malaysia verschleppten Sklaven. Der Name des Viertels ist auf die damals in Südasien vorherrschende Handelssprache Malaiisch zurückzuführen.
Der Islam kam mit den Vorfahren der 'Cape Muslims' ins Land. Als Ende des 17. Jahrhunderts der Koran niedergeschrieben wurde, fand der Islam dort die ersten Anhänger.
Whale watching Ein Schauspiel mit Tiefgang
Zwischen Simon's Town und Muizenberg und entlang der Ostküste in Hermanus kann man von Juni bis November das anmutige Schauspiel der springenden Wale beobachten.
Die Wale kommen aus der Antarktis zurück, um sich in den wärmeren Gewässern
zu paaren, zu kalben und ihre Jungen großzuziehen. Nachdem das größte Säugetier der Erde in den 40er Jahren infolge des kommerziellen Walfangs nahezu ausgerottet worden war, riefen die Weltnationen Artenschutzprogramme für Wale ins Leben. Heute schätzt man ihre Anzahl auf weltweit ca. 7000.
Hermanus an der Ostküste ist der wohl bekannteste Walbeobachtungsplatz: An kaum einem anderen Ort der Welt kann man die Wale von Land besser beobachten als dort. Zuweilen taucht die mächtige Schwanzflosse in nur 10 20 Metern Entfernung ins Meer.
Kap der Guten Hoffnung Das sagenumwobene Kliff
Eine der schönsten Küstenstraßen der Welt führt an der rauen Küste des Atlantiks entlang bis zum Kap der Guten Hoffnung. Dort, am Zusammenfluss von Indischem Ozean und Atlantik, ist die ungebändigte Kraft der Winde und des Wassers hautnah spürbar und greifbar.
'Kap der Stürme' nannte es einst Bartolomeus Diaz im Jahre 1488, als er auf der Suche nach einem Seeweg nach Asien in einen Sturm geriet und das Kap als erster Europäer entdeckte.
Die Legende um den 'Fliegenden Holländer' hat ebenfalls ihren Ursprung am Kap
der Guten Hoffnung. Der Holländer Hendrik van der Decken, Kapitän des Schiffes 'Flying Dutchman', wollte 1680 das Kap umrunden, verschwand jedoch spurlos in der stürmischen See. Als Warnung für andere Seefahrer tauchte das Schiff immer wieder fliegend und mit zerstörten Segeln im Nebel auf.
Hoffnungsvoll müssen selbst heute noch die Kapitäne hochtechnisierter Schiffe mit ihren präzisen Navigationsgeräten Kurs auf das Kap nehmen und mit einem stillen Stoßgebet das gefürchtete Kliff umrunden. Zahlreiche Schiffswracks an den Ufern, das letzte stammt aus dem Jahre 1972, sind auch heute noch stumme Zeugen.
Die Pinguin-Kolonie Schwarz-Weiß-Malerei am Boulders Beach
Als man 1983 in einem abgelegen Winkel des Boulders Beach bei Simon's Town
per Zufall ein Pinguin-Pärchen entdeckte, konnte niemand erahnen, dass sich ihr Bestand bis zum heutigen Tage auf stolze 2.500 vermehren würde.
An dem bezaubernden kleinen Strand tummeln sich viele der drolligen Tiere und wer etwas Zeit mitbringt, kann sie wunderbar von den Holzwegen aus beobachten oder in den warmen Gewässern der windgeschützten Bucht zusammen mit den Pinguinen baden. Ein unvergessliches Erlebnis.
Copyright© 2006 Björn Oldsen. Text by Angela Beers Scriptum. All rights reserved.